Schwerpunkt Kinderorthopädie

Kindliche & jugendliche
Wirbelsäulendeformitäten

Erfahrene, einfühlsame Behandlung von Skoliose und Wirbelsäulenverkrümmungen bei Kindern und Jugendlichen — mit dem Ziel, Operationen zu vermeiden oder im Ernstfall bestmöglich durchzuführen.

Als Chefarzt des Wirbelsäulen- und Skoliosezentrums der Schön-Klinik Vogtareuth ist die Behandlung kindlicher und jugendlicher Wirbelsäulendeformitäten mein zentraler Tätigkeitsschwerpunkt. Mit knapp 1.000 durchgeführten Wirbelsäuleneingriffen und besonderer Expertise im Einsatz von MAGEC Rods biete ich meinen jungen Patienten die modernsten verfügbaren Therapieverfahren. Frühzeitige Diagnose und konsequente Therapie sind entscheidend — je früher, desto besser die Chancen auf einen guten Verlauf.

Chefarzt Wirbelsäulen- und Skoliosezentrum — Schön-Klinik Vogtareuth

Als Chefarzt des Wirbelsäulen- und Skoliosezentrums der Schön-Klinik Vogtareuth behandle ich täglich Kinder und Jugendliche mit Wirbelsäulendeformitäten. Die enge Zusammenarbeit mit erfahrenen Orthopädietechnikern bei der Anfertigung und Anpassung individueller Korsetts sowie die gute Verbindung zum Katharina-Schroth-Reha-Zentrum ermöglichen eine ganzheitliche, auf das Kind abgestimmte Behandlung — von der ersten Diagnose bis zur operativen Korrektur und langfristigen Nachsorge.

Formen kindlicher Wirbelsäulendeformitäten

0 – 3 Jahre

Infantile Skoliose

Seltenste Form, tritt im frühen Säuglingsalter auf. Kann sich spontan zurückbilden oder eine frühzeitige Behandlung erfordern.

4 – 9 Jahre

Juvenile Skoliose

Tritt im Schulkindalter auf. Hohes Progressionsrisiko durch noch langen Wachstumszeitraum — engmaschige Kontrolle und frühzeitige Therapie entscheidend.

10 – 18 Jahre

Adoleszente Skoliose

Häufigste Form (ca. 80% aller Skoliosen). Tritt meist in der Pubertät auf, häufiger bei Mädchen. Risiko der Progression während des Wachstumsschubs.

Alle Altersgruppen

Morbus Scheuermann

Wachstumsstörung der Wirbelkörper mit Rundrückenbildung, oft in der Pubertät. Konservative und operative Therapie möglich.

Warnzeichen — wann zum Arzt?

Diagnostik

Die Diagnose einer Skoliose beginnt mit einer klinischen Untersuchung — dem Adams-Vorbeugtest ist dabei grundlegend. Zur Bestimmung des Ausmaßes der Verkrümmung ist eine Röntgenaufnahme der gesamten Wirbelsäule im Stehen notwendig. Anhand des Cobb-Winkels wird der Schweregrad gemessen und der Verlauf dokumentiert.

Wichtig ist auch die Bestimmung des Skelettreifegrad (Risser-Zeichen), da dieser entscheidend für die Wachstumsprognose und das Progressionsrisiko ist.

Konservative Behandlung

Physiotherapie nach Schroth

Die Schroth-Methode ist eine dreidimensionale skoliose-spezifische Physiotherapie, die speziell für Kinder und Jugendliche geeignet ist. Sie verbessert Haltung, Körperwahrnehmung und Muskelstärke — und kann das Fortschreiten der Kurve verlangsamen.

Korsettbehandlung

Bei einem Cobb-Winkel ab ca. 20–25° während des Wachstums wird eine Korsettbehandlung empfohlen. Das Korsett (z. B. Chêneau-Korsett) wird in enger Abstimmung mit erfahrenen Orthopädietechnikern individuell angefertigt und regelmäßig angepasst — ein entscheidender Qualitätsfaktor für den Behandlungserfolg. Regelmäßige Kontrolltermine alle 4–6 Monate sind wichtig, um den Verlauf zu überwachen und das Korsett an das Wachstum des Kindes anzupassen.

Ergänzend besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Katharina-Schroth-Reha-Zentrum, das auf die skoliosespezifische Rehabilitation spezialisiert ist und die konservative Therapie optimal ergänzt.

Wichtig für Eltern: Frühzeitig handeln

Je früher eine Skoliose erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Chancen, das Fortschreiten zu bremsen und eine Operation zu vermeiden. Wenn Sie Auffälligkeiten bei Ihrem Kind bemerken — zögern Sie nicht, einen Termin zu vereinbaren.

Operative Behandlung

Bei Kurven über 45–50° oder ausgeprägtem Fortschreiten trotz Korsett kann eine operative Korrektur notwendig sein. Moderne Techniken ermöglichen eine deutliche Verbesserung der Körperhaltung bei kurzen Operationszeiten und überschaubaren Risiken.

Bei sehr jungen Kindern setze ich wachstumserhaltende Systeme wie MAGEC Rods ein — magnetisch gesteuerte Implantate, die ohne erneute Operation von außen verlängert werden können. So kann die Wirbelsäule weiter wachsen und wird gleichzeitig stabilisiert.

Neuromuskuläre Deformitäten

Ein besonderer Schwerpunkt meiner Arbeit liegt auf der Behandlung neuromuskulärer Wirbelsäulendeformitäten — Verkrümmungen, die infolge neurologischer oder muskulärer Grunderkrankungen wie Zerebralparese, Muskeldystrophie oder Spina bifida entstehen. Diese Formen sind oft komplex und erfordern eine engmaschige, interdisziplinäre Betreuung.

Bei der Wachstumslenkung setze ich gezielt das Nemost-System ein — ein nicht-fusionierendes Implantat, das die Kurve kontrolliert korrigiert und gleichzeitig das Wachstum der Wirbelsäule erhält. Für ausgewählte Patienten kommt darüber hinaus das ApiFix-System in Betracht — ein minimalinvasiver, fusionsfreier Ansatz zur Korrektur idiopathischer Kurven, der besonders für geeignete Fälle im adoleszenten Alter eine schonende Alternative zur offenen Fusion darstellt.

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