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Skoliose

Operative Behandlung –
Indikation und Verfahren.

Wann ist eine Operation notwendig, welche Techniken kommen zum Einsatz, und was bedeutet ein realistisches Ergebnis?

Operation – wenn konservative Therapie ihre Grenzen erreicht.

Eine Skoliose-Operation ist kein Eingriff, der leichtfertig empfohlen wird. Das Ziel ist nicht die kosmetische Korrektur, sondern die langfristige Stabilisierung einer Kurve, die ohne Intervention progredient wäre, die Körperfunktion beeinträchtigt oder relevante Beschwerden verursacht.

Indikation

  • Cobb-Winkel >45–50° mit nachgewiesener Progression bei Jugendlichen
  • Cobb-Winkel >50° bei Abschluss des Wachstums
  • Relevante Beschwerden oder Funktionseinschränkung
  • Unzureichende Wirkung konservativer Maßnahmen bei fortschreitender Deformität

Verfahren: posteriore Fusion

Der Standardeingriff ist die dorsale Instrumentation mit Pedikelschrauben und Stäben. Ziel ist eine Korrektur der Kurve auf ca. 50–60 % des Ausgangswertes bei gleichzeitiger Stabilisierung. Die Fusion erfolgt im Bereich der Kurvatur – angrenzende Bewegungssegmente bleiben erhalten.

Intraoperatives Neuromonitoring

Bei allen Skoliose-Korrektureingriffen wird kontinuierliches intraoperatives Neuromonitoring (IONM) eingesetzt: somatosensibel evozierte Potenziale (SSEP) und motorisch evozierte Potenziale (MEP) geben in Echtzeit Rückmeldung über die Rückenmarksfunktion.

Pedikelschraubenplatzierung

Die Pedikelschraubenplatzierung erfolgt standardmäßig in Freihandtechnik unter Bildwandler-Kontrolle (Fluoroskopie). Bei Revisionseingriffen sowie in ausgewählten Einzelfällen wird nach individueller Abwägung zusätzlich eine intraoperative 3D-Navigation eingesetzt – insbesondere bei stark rotierter Deformität, wo die anatomischen Leitstrukturen verlagert sind.

Realistisches Ergebnis

Eine vollständige Korrektur auf 0° ist weder möglich noch das Ziel. Typisch sind Restwinkel von 15–25°. Wichtiger als der Winkel ist die Balance: ein gerader Rumpf, ausgeglichene Schultern, keine Kompensationskrümmungen.

Nachsorge

Nach der Operation folgt ein strukturierter Nachsorgeplan: Mobilisation ab Tag 1–2, Entlassung nach 8–10 Tagen, Anschlussheilbehandlung (AHB), systematische Röntgenkontrollen über 2 Jahre.

Zweitmeinung empfohlen

Bei einer empfohlenen Skoliose-OP ist eine strukturierte Zweitmeinung sinnvoll – nicht um die Empfehlung zu widerlegen, sondern um sie zu verstehen und zu vergleichen.

Stationärer Eingriff

Skoliose-Korrekturen sind stationäre Eingriffe am Klinikum Traunstein (ab Juli 2026) mit einer Aufenthaltsdauer von typisch 8–10 Tagen.

Beratung zur Operation.

Wir besprechen Indikation, Verfahren und Alternativen – ohne Zeitdruck.

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